Bad Salzuflen 08.–10.02.2022 #ZOW2020

Warum die Digitalisierung der Logistik in der Möbelbranche eine wichtige Rolle spielt

Samstagnachmittag in einem Möbelhaus in Deutschland: Menschenmassen, Gedränge, Lärm, Hektik und mittendrin im Geschehen: Kunden auf der Suche nach einem Sofa. Der Hindernislauf durch das Getümmel mündet schließlich oft in der Feststellung, dass das gewünschte Möbelstück unmöglich ins Auto passt. Der Ausweg aus diesem Szenario? Möbel im Internet bestellen. Genau das machen immer mehr deutsche Konsumenten. Was bedeutet diese Entwicklung für den digitalen Möbelmarkt? Wir wollen dieses Thema heute unter die Lupe nehmen.

Für immer mehr Verbraucher ist es selbstverständlich, sich nicht nur online zu informieren, sondern auch online zu kaufen. Die Möbelbranche verzeichnet im Vergleich zu anderen Branchen einen noch relativ geringen Online-Anteil. Aber stationäre Anbieter setzen zunehmend auf das Digitalgeschäft. Doch wie können Hersteller und Händler die Logistik so umsetzen, dass die Lieferzeit sich nicht in die Länge zieht? Welche Voraussetzungen gilt es hier zu schaffen? Hängt alles nur von der Versandgeschwindigkeit ab und möglichst reduzierten Lagerkosten? Wo fängt die Digitalisierung der Logistik eigentlich an?

Die deutsche Möbelindustrie ist von KMUs (kleinen und mittelständische Unternehmen) geprägt. Viele kleine Unternehmen sind in Produktions- und Lieferketten eingebunden. Digitale Lösungen über die gesamte Wertschöpfungskette einzubinden fällt daher oft schwer, da hier viele unterschiedliche Standards und Systeme herrschen bei Unternehmen. Sowohl beim Wareneingang als auch beim Warenausgang werden meist noch alle Dokumente per Email versandt.

Hinzu kommen EDI und Onlineportale. EDI (Electronic Data Interchange) ist ein Sammelbegriff für Standardisierungen beim unternehmensübergreifenden Austausch von Daten.
Ein Lieferschein beinhaltet alle relevanten Daten für den Fahrer, der Waren und Güter in gewisser Anzahl zu einer vorgegebenen Adresse zu liefern hat. Dem Fahrer wird der Lieferschein in Papierform ausgehändigt. Das Dokument musste in wenigstens zweifacher Ausfertigung ausgedruckt, auf Richtigkeit überprüft und vom Empfänger nach Übergabe der Ware gegengezeichnet werden. Anschließend reicht der Fahrer den Lieferschein in die entsprechende Fachabteilung des eigenen Unternehmens zurück. Wie lässt sich dieser aufwändige Arbeitsprozess verkürzen?

Soll der Kunde auch über kürzeren Lieferzeiten gewonnen werden, müssen die automatisierten Schnittstellen in allen Prozessketten (Anlieferung am Lager, Crossdocking, Dropshipping, …) ausgebaut werden. Standards dafür wurden in den Gremien des DCC entwickelt. Diese gilt es nun in Projekten umzusetzen, denn der Datenaustausch mit externen Geschäftspartnern aber auch innerhalb der Unternehmen wird zunehmend wichtig.

In einer Umfrage die von der IWOfurn und dem FZI (Forschungszentrum Informatik aus Karlsruhe) gemeinsam durchgeführt wurde, teilen nur 17% der befragten Händler Ihren Zulieferern feste Anlieferzeitpunkte und Rampenstandzeiten zu.
Ein beschleunigender Prozess ist die Digitalisierung der Lieferscheine. Bei einer Digitalisierung können bei Eingang der Ware, diese direkt über zuvor vom Anlieferer erhaltene Daten (Barcode oder RFID) kontrolliert werden. Die Daten werden automatisch in das interne System eingebucht und das schlägt natürlich über eine Verkürzung der Entladedauer zu Buche.

Die Vorteile der Digitalisierung der Lieferscheine liegen also auf der Hand:
- Sie verbinden die logistische Abwicklung von Warenversendungen direkt mit Ihrem Unternehmen und vermeiden damit unnötigen Zeitaufwand.
- Sie reduzieren dank der direkten Datenverbindung zum Abrechnungssystem Ihren Verwaltungsaufwand deutlich.
- Gleichzeitig reduzieren Sie mögliche Fehlerquellen, denn die Daten müssen nur einmal eingegeben werden. Auch das spart wiederum viel Zeit.

Um auch weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben müssen Unternehmen Prozesse und die damit verbundene Logistik digitalisieren. Unabhängig von der Unternehmensgröße ist die Einführung von betrieblicher Software immer mit erheblichem Zeit- und Ressourcenaufwand für die Beteiligten verbunden. Um Redundanzen zu vermeiden und um KMUs vor verfehlten Investitionen zu schützen bedarf es einer Nutzenanalyse und reichlich Erfahrung in der Umsetzung solcher Projekte. Dies zusammen gewährleistet, die Arbeitsabläufe und Kommunikationsstrecken so zu gestalten, dass diese nicht in komplizierte Individuallösungen ausarten, die keinesfalls die digitale Zukunft garantieren.

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