Trendschau setzt Akzente

Neuausrichtung der ZOW legt Grundstein für neue Geschäftsfelder

[Bad Salzuflen, 13. Februar 2015] „Liebe ZOW, dat war jut!“ – mit diesen Worten lobte Elmar Schüller, Kurator des ZOW-Forums Licht, am ersten Messeabend das angepasste Workshop-Konzept der ZOW. Nahezu 7.000 Fachbesucher erhielten vom 9. bis 12. Februar einen Einblick in die neuesten Trends und Entwicklungen der Zulieferindustrie. Positive Resonanz gab es nicht nur vom Gründer und Director des Innovative Living Institute: „Wir freuen uns, sowohl von den ausstellenden Zulieferern, wie auch von den Möbelherstellern, Einkäufern und Designern eine grundsätzliche Bestätigung zur Neuausrichtung erhalten zu haben“, so Horst Rudolph, Geschäftsführer des Messeveranstalters Clarion Events Deutschland. „Wir gehen fest davon aus, dass das neue Konzept im kommenden Jahr seine volle Signalwirkung entfaltet und wir unser Ziel von 500 Ausstellern erreichen werden.“ Auf der 21. Ausgabe der ZOW stellten 204 Aussteller aus insgesamt 21 Ländern ihre neuesten Produkte und Dienstleistungen vor. 24 innovative Zulieferunternehmen nutzten dabei zum ersten Mal die Chance, um sich in Bad Salzuflen rechtzeitig zu Beginn des Order-Zyklus im größten Möbelcluster Europas zu präsentieren.

Lob erhielten die Messe und die ausstellenden Unternehmen auch von der niederländischen Trendforscherin Lidewij Edelkoort, die die neue Ausstellungsfläche ZOW_trend_works kuratierte: „Die ZOW macht die Innovationen der Zulieferindustrie in einem kompakten Format zugänglich. Dabei ist sie eine ideale Plattform für den Wissens- und Erfahrungstransfer“, so die Niederländerin. Neben der Präsentation kommender Designströmungen auf der trend_works-Fläche lag das Hauptaugenmerk der Messe auf der Individualisierung von Serienmöbeln. Dieses Thema wurde auf Foren und Sonderflächen auf einzelnen Stufen der Wertschöpfungskette beleuchtet. Darüber hinaus stand es im Mittelpunkt einer Podiumsdiskussion, die am 11. Februar von Elmar Schüller moderiert wurde. Konsens unter den Teilnehmern war dabei, dass Unternehmen neben einer schlanken Produktion auf hohem technologischen Niveau und einer ausgefeilten Logistik vor allem über ein einheitliches Datenmanagement, ein leistungsstarkes Zuliefernetzwerk sowie ein gutes Team verfügen müssen, um von den Chancen der Individualisierung partizipieren zu können. Dies hat die Küchenindustrie in der jüngsten Vergangenheit bereits erfolgreich vorgelebt, wo die Importquote nur noch ein Prozent beträgt.

„Die fortschreitende Individualisierung ist zwar ein Mega-Trend, an dem die Möbelindustrie in den kommenden Jahren noch wachsen muss, sie eröffnet der Branche jedoch auch neue Perspektiven. Deshalb setzen wir im kommenden Jahr die Fokussierung auf dieses Schlüsselthema fort und liefern konkrete Fallbeispiele und Lösungsansätze“, so Rudolph. Mit der Fortführung des Messeschwerpunkts kommt die ZOW dabei vor allem der Bedarfslage der Industrie entgegen. So sieht auch Georg Frey, Partner beim ZOW-Aussteller Lignum Consulting, bei vielen Unternehmen noch Optimierungspotenzial in puncto Produktindividualisierung: „Der Ansatz der ZOW ist hier genau richtig. In Zukunft wird es immer mehr darauf ankommen, schnell, günstig und kundenindividuell zu produzieren.“ Deshalb hat das Beratungsunternehmen mit Fokus auf die internationale Holz- und Möbelindustrie im Vorfeld der ZOW einen Fragebogen zur Selbsteinschätzung entwickelt: Der Fragebogen gibt Herstellern und Zulieferern Auskunft darüber, inwieweit sie auf die steigende Variantenvielfalt eingestellt sind und Anregungen, an welchen Stellschrauben sie noch drehen müssen.

Eigentümerwechsel verleiht neuen Schub

Das gezielte Erschließen neuer Märkte wird zukünftig durch einen Eigentümerwechsel von Clarion Events-Gruppe noch weiter an Bedeutung gewinnen: So ging der Messeveranstalter zum Wechsel des Geschäftsjahres als Gesamtgruppe in die Hände der Investmentgesellschaft Providence Equity Partners über. Dabei kündigte das US-amerikanische Unternehmen bereits an, einen dreistelligen Millionenpfundbetrag in die Gesamtgruppe zu investieren, um das internationale Wachstum noch weiter voranzutreiben. „Von diesem Investitionsschub wird auch die ZOW profitieren“, erläutert Rudolph. Dabei hat die Aufnahme in das Netzwerk von Providence Equity keine Auswirkungen auf das Tagesgeschäft von Clarion Events Deutschland.